Reisetagebuch Spanien 2022

Wie eigentlich jedes Jahr geht es auch heuer wieder nach Spanien in den Urlaub für 10 Tage. Leider können wir dieses Mal nicht länger fahren. Auch geht sich eigentlich nichts anderes aus als Asturias. Madrid muss wohl warten auf das nächste Mal. Wie immer findet, ihr hier mein Tagebuch, in dem ich schreibe, was wir so erleben.

Vorbereitungen

Nachdem wir den Hin- und Retourflug bereits gebucht haben, ist der nächste Schritt, die Packliste vorzubereiten. Auch dieses Mal versuche ich noch weniger mitzunehmen als die letzten male, schauen wir mal, ob der Plan auch wirklich aufgeht. Was auf jeden Fall daheim bleibt, ist der Laptop. In letzter Zeit habe ich genug gearbeitet, es wird Zeit, das ich mal wirklich Urlaub mache!

Man würde sich denken, wenn man die Packliste mal erstellt hat, ändert sich doch sicher nicht mehr allzu viel wenige Tage vor Abflug. Da hab ich wohl falsch gedacht. Den uns wurde heute mitgeteilt, dass das Auto von den Eltern meines Freundes kaputt ist. Das heißt mit anderen Worten in Asturias: Kein Berg gehen, nicht zu den schönsten Stränden in Llanes, keine Sidra Tour, oder sonstiges was nicht gerade in Gijon ist.

Mit andern Worten, es wird ein etwas anderer Urlaub als gedacht, und ich kann mich gleich daran machen, die Packliste zu überarbeiten…

Tag 0

Ich habe sicher etwas vergessen, einzupacken. Da bin ich mir ganz sicher. Obwohl ich noch zu Hause bin, schon 3-mal (mindestens) um meinen Rucksack bin und geschaut habe, ob ich wirklich alles mit habe, bekomme ich wie immer das Gefühl, nicht los etwas vergessen zu haben. Ganz nebenbei hatte ich eigentlich das Gefühl, sehr sparsam gepackt zu haben, und meine 35 Liter Rucksack ist trotzdem bis oben voll. Gut, ich könnte noch eine Tasche separat haben, welche ich nun nur hineingestopft habe, damit ich nicht zwei Taschen tragen muss.

Auch habe ich noch nicht ganz beschlossen, ob ich nun die Regenjacke mitnehme oder nicht. Ganz vertraue ich dem Wetterbericht ja nicht. 11 Tage ohne Regen in Asturias? Und das im Juli? Aber schau dir bitte mal die geile Wettervorhersage an:

Für alle, die Asturias nicht kennen, der Norden Spaniens hat das ganze Jahr zwischen 15 und maximal 25 Grad. In Asturias regnet es mehr als in England, sagt man sich. Und der Juli ist normalerweise einfach nur verregnet.

Dieses Wetter und wir ohne Auto um die schönsten Strände in Llanes abzuklappern.. Und dieses Wetter und wir ohne Auto, um in den Picos de Europa wandern zu gehen.

Wer mit mir sich noch auf den Urlaub einstimmen will, ich höre die geheime Hymne von Asturias schon in Dauerschleife:

Tag 1

Was für eine lange Anreise. Zu Mittag starteten wir in Innsbruck mit dem Zug nach München. Nachdem es gerade das 9 € Ticket in Deutschland gibt, sind wir ab Kufstein mit einem Regionalzug gefahren. München Ost sind wir auf einen gemütlichen Kaffee gegangen, da wir ansonst viel zu früh am Flughafen gewesen wären. Von dort ging es dann zum Flughafen München wo wir 2 Stunden Zeit hatten bevor unser Flug nach Madrid ging. In Madrid kamen wir dann um 22 Uhr an und um 23:59 ging unser Bus nach Gijon. Nachdem fast keine Halte nötig waren, brauchten wir 6h und 15 Minuten.

Kaffee in München am Ostbahnhof

Um 7 Uhr in der Früh waren wir dann daheim bei Alvaros Familie. Bis jetzt ging es eigentlich ziemlich gut mit der Müdigkeit, aber der Tag ist doch länger als gedacht, wenn man so lange am Weg war.

Auch haben wir eigentlich schon voll viel gemacht seit wir angekommen sind, dafür dass es erst Mittag ist und der erste Tag. Wir waren in einer Bar hier etwas Frühstücken, waren auf der Baustelle einer Wohnung welche die Familie gerade umbaut, wir waren kurz am Meer, waren einkaufen und ich hab mir 2 neue Brillen gekauft, bzw. in Auftrag gegeben. Kein Wunder, dass ich jetzt, pünktlich zur Siesta, schlafen könnte.

Schauen wir mal, ob der Kaffee hilft, den eigentlich, wollten wir, am Nachmittag zum Strand gehen. Obwohl nun einige Wolken aufgezogen sind.

Wir waren nach einer Siesta auch wirklich am Strand. Mit dem Rad sind wir hinunter bis zu einem der Lieblingsstrände meines Freundes mit großen Steinen. Das Meer war in Flut, daher konnte man gut ins Wasser springen. Auch wenn ich zuerst mir nicht ganz sicher war, ob ich wirklich hineinspringen will. Normalerweise ist das Wasser im kantabrischen Meer richtig kalt. Aber ich war fasziniert, wie warm es war für Asturias.

Danach gingen wir noch auf eine Sidra. Das nationale Getränk von Asturias. Das ist kein Cidre, wie viele denken. Es schmeckt ein bisschen wie Essig, eigentlich sogar. Und ganz speziell ist, dass man die Sidra immer in einem speziellen Glas trinkt und nur wenig eingeschenkt wird. Man trinkt den Schluck dann auf Ex. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber ein muss, wenn man in Asturias ist.

Sidra Asturiana

Tag 2

Es ist so heiß hier, das bin ich gar nicht gewohnt von Asturias. Heute waren wir schon in der Fischerei einen Fisch fürs Abendessen zu kaufen. So eine Fischerei ist was Tolles, schade, dass es das bei uns nicht gibt. Liegt vielleicht daran das wir kein Meer haben in der Nähe.

Aktuell ist gerade Hochsaison eines sehr beliebten Fisches hier in Asturias: dem Bonita. Ich konnte ihn bisher nie probieren, da man im September schon keinen mehr bekommt, da er von der Küste in tiefere Gewässer reist. Da wir dieses Mal im Juli hier sind, stand er daher ganz oben auf meiner Liste. Allerdings hab ich mir den Fisch ganz anders vorgestellt, er schmeckt wie Huhn. Wirklich! Er hat auch nicht die Struktur eines Fisches, sondern mehr von Fleisch. Richtig lecker, aber nicht das, was man sich bei einem Fisch erwartet.

Ansonst haben wir an diesem Tag eigentlich auch nicht viel gemacht. Wir sind mit dem Fahrrad raus zum Haus der Großeltern und ansonst viel Organisatorisches und ein bisschen spanisches Leben. Hier auf einen Kaffee in ein Cafe, hier auf ein Bier, hier eine Sidra…

Wenn wir hier sind, dadurch das wir zu Hause sind, fangen wir schnell an im spanischen Alltag zu Leben. Was ich bis heute noch manchmal anstrengend finde. An die Essenszeiten gewöhne ich mich schnell. Mittagessen um 15 Uhr, Abendessen um 22 Uhr. Aber was ich einfach nicht kann ist die Siesta.

Und Siesta ist hier nicht zwingend ein Mittagsschlaf. Nein, es ist das ganze nach dem Mittagessen. Man trinkt einen Kaffee. Alvaros Papa legt sich auf die Couch, jeder wird etwas ruhiger und man redet immer weniger. Und macht einfach nichts. Also auch nicht schlafen. Das ein oder andere Mal schläft man vielleicht ein. Aber im Grunde macht man nichts.

Und man kann auch nicht wirklich etwas machen. Ich kann nicht sagen, ich gehe außer Haus und einkaufen. Den prinzipiell hat von 14 Uhr bis 16 Uhr alles zu. Einfach geschlossen. Und ich arme Österreicherin langweile mich zu Tode.

Das komische ist auch um 16:30 oder 17 Uhr fangt der Nachmittag an. Das ist bei uns daheim einfach schon Ende des Tages. Das heißt, ich hab immer das Gefühl es ist eh schon voll spät und wir haben nichts gemacht. Aber eigentlich bleiben um diese Uhrzeit noch 5 Stunden zum Sachen machen. 5 Stunden bis zum Abendessen, 5h Licht und Sonne, 5h mit allen Geschäften geöffnet.

Tag 3

Hefte haben wir es endlich zu unserem Lieblingsstrand geschaft: Estaño! Nach einem kleinen Frühstück zuvor in einem Cafe hier in der Nähe sind wir mit den Rädern auf zum Strand. Und zwar nicht zum Stadtstrand San Lorenz, sondern zu unserem Lieblingsstrand. Das spezielle ist, wenn Bajamar (Ebbe) ist dann kann man voll weit rausgehen über Steine.

Nicht das mir das speziell gefallen hat bisher, ich finde es nicht so toll neben mini Krabben auf Steinen voll Algen zu gehen. Aber heuer hab ich mir so Strandschuhe mitgenommen. Und schon fühle ich mich wohler.

Das Coole an Estaño ist auch, dass es hier absolut keinen Handyempfang gibt. Man kann also nichts machen als den Strand und das Meer zu genießen. Blöd ist nur die Steigung des Wegs um dort hinzukommen, oder besser gesagt wieder heim zu kommen. Aber auch das ist für mich mit dem E-Bike nicht gerade ein Problem 😉

Mein Lieblingsstrand in Gijon

Nach dem Mittagessen ging es dann zur Tante von Alvaro. Die haben sich letztes Jahr einen mega schönen Pool gebaut. Perfekt um sich abzukühlen bei der Hitze. Aber ganz allgemein freue ich mich immer dort zu sein, da beide (Tante und Onkel) richtig nett sind und wir immer eine tolle Zeit mit ihnen verbringen. Wir haben vor sie dieses Mal zumindest noch einmal zu besuchen, da letztes Jahr etwas kurz gekommen ist und wir mehr Zeit mit der Verwandtschaft auf Seiten von Alvaros Papa verbracht haben. Was auch heuer wieder der Fall sein wird, aber zumindest ein bisschen mehr Zeit mit der Verwandtschaft mütterlicherseits werden wir einplanen.

Tag 4

Dieses Wochenende ist Fiesta de la Carmen in Somio, das ist, wo das Haus der Großeltern steht. Und zu diesem Anlass sind die Verwandten aus Valencia gekommen und aus Amerika. Großes Familienfest also heute und morgen. Wir werden um die 30 Leute sein, die zusammentreffen. Na ja eigentlich ist es nur die kleine und enge Verwandtschaft, wenn die Cifuentes sich so richtig alle treffen sind es mehr als 100 Leute. Das kommt so alle 5 Jahre vorhaben sie mir erzählt.

Wir waren nur kurz auf dem Fest in Somio, den das interessante ist eher am Sonntag. Was besonders war, ist das wir Cordero (Lamm) gegessen haben. Und es gab soviel zu essen. Empanadas als Vorspeise, ganz viel Fleisch als Hauptspeise und verschiedene Variationen von Nachspeisen. Sidra, Wein und Bier. Und ganz viel Wasser, den dieses Wochenende ist es einfach nur so heiß hier in Gijon.

Vor dem Familienfest waren wir nochmal am Strand. Wieder am selben, Estano, unseren Lieblingsstrand. Diesmal hab ich es auch länger ausgehalten im Wasser als am Vortag. Das Wasser ist heuer um einiges wärmer als die letzten Jahre, was aber nicht heißt, dass es nicht trotzdem kalt ist.

Tag 5

Heute machten wir eine Riesen-Paella für 30 Leute. Wir sind gleich auf 11 Uhr hinauf ins Haus der Großeltern um den ganzen Prozess zu sehen, den insgesamt kochte die Paella 4 Stunden. Von jedem einzelnen Schritt gibt es natürlich ein Video, das ich noch zu einem zusammenfüge. Aber bis dahin müsst ihr euch mit einem anderen Video zufriedengeben. Das haben die Cousine und die Frau des Cousins von Alvaro vor Jahren gemacht. Wer eine echte Paella machen will, sollte es sich auf jeden Fall ansehen.

Wie macht man eine echte valencianische Paella – auf Englisch

Unsere war allerdings um einiges größer als die in dem Video. Aber so richtig gut. Es gab dann noch Käsevariation aus Asturias und wieder eine Variation von Nachspeisen. 2 Tage, an denen wir uns einfach nur vollgefressen haben, wenn wir mal ehrlich sind.

Vor dem Essen waren wir am Dorffest. Es gab dort Sidra mit einem ganz typischen Brot, traditionelle asturianische Tänze und ziemlich viele Leute. Wir starteten am Abend nochmal hin, den da gab es Spiele, an denen man teilnehmen konnte. Leider haben wir nichts gemacht, die Spiele sind nämlich gar nicht so einfach.

Tag 6

Heute starteten wir mit dem Fahrrad auf eine etwas größere Tour, nämlich, um Blaubeeren zu pflücken in einer Finca etwas außerhalb von Gijon. Allerdings hatten wir mehr Probleme um hinzukommen, als wir uns gedacht haben.

Mitten drinnen nach einem Hügel, den man zuerst rauf musste und dann runter war einfach mal gesperrt. Und zwar so richtig dumm. Es gab nämlich keine Umleitung …. Man musste fast den ganzen Weg zurück und einen Umweg von über 15 km nehmen. Zusätzlich war das Ganze erst direkt dort angeschrieben. Was einfach nur ärgerlich war. Im Endeffekt sind wir durch die Straßenbaustelle durch. Die Ersten haben uns einfach durchgewunken. Der Zweite einen Vortrag gehalten und schimpfend durchgelassen. Sie hätten das aber wirklich besser anschreiben können, den hinter uns und dann auch danach kamen uns megaviele entgegen.

Nach diesem wunderschönen Zusammentreffen mussten wir einige Kilometer auf der Bundesstraße machen. Nach oben. Was auch nicht gerade das angenehmste ist, mit dem Fahrrad. Ich fragte mich wirklich schon, wo mich Alvaro da hinschleppt.

Aber die Finca war es auf jeden Fall wert. Man kann dort während man Beeren sammelt auch einfach so essen, was man pflückt. Was das ganze um einiges besser macht. Und es gibt das allerbeste Blaubeereis, das ich je gegessen haben in meinem Leben. Das nächste Mal starten wir aber hoffentlich mit dem Auto hin.

Nachdem die andere Straße gesperrt war, mussten wir zurück, fast komplett über die Bundesstraße. Der erste Teil, den wir zuerst hinauf mussten, war kein Problem, schließlich war das alles Bergab. Aber danach mussten wir wieder hinauf. Den Asturias besteht irgendwie einfach nur aus einem Hügel nach dem anderen, und es geht immer wieder runter und rauf.

Am Rückweg machten wir halt in einem Merendero um ein Menu del dia zu Essen. Ein typisches Mittagessen eben: eine Flasche Wein, 3 Teller Suppe, einen Salat oder 3 Teller Eintopf, Fisch mit Kartoffeln, Nachspeise, Brot. Und das ganze um 11 €. Da rentiert es sich schon fast nicht, daheim zu kochen.

Am Abend starteten wir dann mit dem Bus nach Oviedo, um meine Freunde aus der Uni zu besuchen. Wir waren mit ihnen in meinem Lieblingslokal in der Nähe vom Busbahnhof. Dort kenne ich mich ziemlich gut aus, nachdem ich dort ein Jahr gelebt habe. Das Lokal heißt La Lola, und das besondere sind die Tapas. Hier geht man auf ein, zwei oder drei Gläser Wein und hat gleich ein gratis Abendessen dazu. Dementsprechend ist das Lokal auch immer pump voll, selbst an einem Montag.

Tag 7

Heute gingen wir es etwas ruhiger an. Zuerst holten mir meine Brillen, die ich mir machen, hab lassen. Ja, Brillen sind einfach viel billiger hier in Spanien, und daher mache ich sie mir hier. Danach gemütlich auf eine Cafe mit Hielo (Eiswürfel) gegangen. Und ausnahmsweise ließen wir das Fahrrad heute in der Garage und gingen zu Fuß ins Zentrum um dort herum zu schlendern und von einem Geschäft zum nächsten zu gehen.

Nach dem Mittagessen werde ich nun noch zum Corte Ingles gehen und etwas für meine Schwester besorgen und dann um ca. 18 Uhr treffen wir noch einen Unikollegen von mir. Das waren dann mal 2 Tage, in denen wir ausnahmsweise meine Freunde treffen und nicht nur Alvaros Freunde und Familie.

Tag 8

Heute waren wir den ganzen Tag mit Leuten unterwegs. Zuerst starteten wir rauf ins Haus der Großeltern, um der Familie aus Valencia Tschüss zu sagen. Die reisen nämlich morgen ab. Danach trafen wir uns mit einem Onkel mütterlicherseits und dessen Frau und Kinder. Alle 4 hat Alvaro nicht mehr gesehen, seit er weggezogen ist. Ich kannte bisher noch keinen von ihnen.

Wir waren zuerst etwas Trinken, was man hier Vermut nennt. Ein Bier oder Sidra vor dem Mittagessen. Danach sind wir in ein Merendero. Dort haben wir alles Mögliche bestellt zum Probieren. Und natürlich teilen. Hier in Spanien bestellt niemand eigentlich sein eigenes Essen, es wird immer für den Tisch bestellt und jeder bekommt etwas ab.

Danach mussten wir schnell nach Hause, da wir uns am Abend mit Freunden aus einer Apotheke in der Alvaro ein Praktikum gemacht hat getroffen haben. Wir waren in Gijon an einem sehr coolen Ort. Unten am Hafen gibt es ein paar Bars, die bekannteste eigentlich El Mercante. Und man bestellt hier Bier oder Sidra, aber sitzt nicht in der Bar, sondern am Weg zw. auf der Mauer. Ich habe ziemlich lange gebraucht bis ich hier das erste Mal war, da ich ja in Oviedo gewohnt habe. Und letztes Jahr war es wegen Corona verboten. Wenn man in Gijon ist, ist es auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Tag 9

Heute wollen wir mit dem Fahrrad auf die andere Seite von Gijon fahren. Leider kommt man da gar nicht so einfach hin, da man über eine verkehrsstarke Bundesstraße muss. Daher ist unser Plan, mit dem Zug eine kurze Strecke. In Asturias kann man das Fahrrad nämlich gratis in Zug und Bus mitnehmen. Am Abend treffen wir uns dann zum Grillen mit zwei von Alvaros engsten Freunden und deren Freundinnen.

Allerdings merken wir langsam, dass die Luft draußen ist. Gestern war es fast etwas zu viel von Leuten umgeben zu sein. Ich war irgendwann so müde vom Spanisch, dass ich nicht mehr wirklich der Konversation folgen konnte. Und zweit zu zweit hatten wir gefühlt seit Innsbruck nicht mehr wirklich. So ein Urlaub mit Familie und Freunde treffen ist schon anstrengend.

Die Route war wirklich schön, die wir gefahren sind. Zwei nette Dörfer haben wir uns angesehen, Candas und Luanco. In Candas gibt es das beste Eis in der Gegend. Eigentlich wollte ich die Actioncam mitnehmen, die ich ja genau für so etwas mit nach Spanien genommen habe. Aber ratet mal wer nicht mehr daran gedacht hat bis er im Zug saß? Ja genau, ich. Also nichts mit einem schönen Video von der Strecke.

Aber ich hab einige Shorts gedreht in Candas, die enthalte ich euch natürlich nicht vor.

Das Wetter war so richtig typisch Asturias. Bewölkt, eher warm, mit Wind, wenn man sich dem Meer nähert und man hatte dauernd das Gefühl es würde jeden Moment zu regnen anfangen. Was es aber nicht gemacht hat bis in die Nacht. Also hatten wir weder mit dem Radfahren noch mit dem Grillen ein Problem.

Tag 10

Nachdem es in der Nacht geregnet hat, ist der Tag heute nicht allzu schön. Was aber auch egal ist, so kühlt es zumindest etwas ab. Heute steht nicht viel auf dem Plan. Alvaro muss ein paar Banksachen erledigen und vielleicht starten wir später zum Decathlon. Am Abend bzw. Nachmittag geht es dann zu Alvaros Tante, wo wir eine Nacht schlafen werden. Und es wird heute schon wieder gegrillt.

Wenn wir zurück in Östererich sind, werden wir eine vegetarische Woche einführen müssen. Soviel Fleisch, wie wir in den letzten Tagen gesehen haben, sind wir eindeutig nicht gewohnt. Ich hab heute, um ehrlich zu sein, mehr Lust auf einen Salat oder allgemein Gemüse.

Wir hatten einen sehr angenehmen Abend und das Grillen war eigentlich sogar ziemlich gut. Auch wenn wir, sobald wir wieder in Innsbruck sind, ganz sicher Diät machen müssen.

Tag 11

Heute hatten wir überraschend gutes Wetter. Um 8:30 Uhr war ich schon mit dem Kaffee im Pool bei der Tante von Alvaro. Ein Rekord meinten sie, den so früh war bisher noch keiner im Pool. Wir blieben den ganzen Tag dort. Vom Pool in die Sonne, wieder in den Pool, einen vermute, Pool, Sonne, Mittagessen. Es war herrlich, ein richtiger Urlaubstag. So ganz ohne Stress und entspannend.

Am besten hat mir aber gefallen meinen Kaffee in der Früh im Pool zu trinken und von oben Gijon zu betrachten wie die Stadt langsam aufwacht.

Am Abend gingen wir zu einer Show am Strand von Militär Fliegern. Leider hat die Person, die den Zeitplan erstellt hat, sich ziemlich verkalkuliert. Die Flieger wurden zeitlich verschoben, und für die Show in der Nacht hat irgendwer nicht damit gerechnet, dass es in Gijon erst später dunkel wird. Wir mussten eine Stunde am Strand warten, im Wind, bis endlich die letzte Show losging. Die dann noch dazu nur 5 Minuten gedauert hat.

Danach gingen wir in eine Bar, in der es die besten Burger gibt. Es gab genau noch zwei Angus Burger, und nur die kleinen. Wir dachten schon, was für ein Glück wir haben genau noch zwei zu haben. Allerdings warteten wir über eine Stunde. Abendessen gab es dann erst um 00:15. Für Spanier vielleicht normal, aber wir schliefen beinahe am Tisch ein, weil es so spät war.

Tag 12

Heut ist Sonntag und das heisst Familienessen hier in Gijon. Dazu starten wir Mittag ins Haus von Alvaros grosseltern und hier treffen sich alle Verwandten. Davor starten wir nochmal zum Strand San Lorenzo den das Festival Aereo Gijon hat eigentlich heute seinen Höhepunkt. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob mir nach dem warten gestern nicht die Lust an allem vergangen ist.

Insgesamt waren wir eine Stunde am Festival. Aber heute war es um einiges angenehmer, auch wenn weniger spektakulär. Den während Hubschrauber und Flieger ihre Shows gemacht haben, sind wir gemütlich im Wasser gestanden. Es war wieder ein heißer Tag. Mit dem Wetter haben wir echt Glück in diesem Urlaub.

Danach sind wir mit den Fahrrädern raus zum Haus der Großeltern. Für den letzten Sonntag den wir dort Mittagessen war leider ziemlich wenig los dieses Mal. Es kam nur eine Schwester von Alvaros Vater und sonst waren nur wir mit seinem Papa und Bruder. Trotzdem bin ich gerne hier am Land im Haus. Wir haben von einem Haselnussbaum 2 Stämme gefällt und eigentlich wollte ich rasen mähen da sie einen Traktor dafür haben. Der hatte aber leider keine Batterie und ließ sich nicht starten.

Am Rückweg sahen wir, dass das Dorffest gleich in der Nähe von der Wohnung immer noch ist. Ich dachte mir nach Freitag und Samstag haben wir es sicher verpasst. Aber nein, falsch gedacht. Noch dazu als wir dann rauf gingen, spielte eine Band, die uns Alvaros Tante wärmstens empfohlen hat.

Wenn ich Dorffest sage, darfst du dir aber nicht das vorstellen, was wir in Österreich und Deutschland und Schweiz kennen. Den in Spanien wird den ganzen Sommer lang gefeiert, mit Bands und riesige Bühnen. Und dazu ist der Eintritt gratis zu jedem Konzert. Und mit Dorf meine ich nicht nur Dorf, den jedes Viertel von Gijon hat sein eigenes Fest. Es war das erste Mal, dass ich im Sommer in Gijon war, und ich muss sagen, ich würde gerne beide Monate bleiben. Juli und August wird einem nicht langweilig in Asturias.

Tag 13

Wir standen heute auf, mit absolut schlechtem Wetter. Naja absolut, es geht schlimmer, aber bewölkt und es machte nicht den Eindruck als wäre es ein Tag für den Strand. Also entschieden wir unseren Rucksack vorzubereiten und eine Kiste, die wir uns selbst mit Essen schicken werden.

Nachdem wir im Mercadona, unseren Lieblingssupermarkt waren, kam allerdings die Sonne heraus und es war strahlend blauer Himmel. Das blöde ist, um 12 Uhr Mittag kann man auch nicht mehr allzu viel machen, unser Tag war etwas auseinandergerissen. Den um 15 Uhr ist schon Mittagessen, um 18 Uhr gehen wir seine Tante besuchen. Also irgendwie ein zerrissener Tag.

Also schnappten wir uns die Fahrräder und düsten hinunter zum Stadtstrand San Lorenzo. Das feine ist, hier kann man eben über Sand ins Meer gehen. Was Alvaro hasst, den er springt lieber über einen Stein hinein, ich finde es aber zur Abwechslung ganz angenehm. Das Wasser war wie im ganzen Urlaub überraschend warm für Asturias.

Danach starteten wir heim zum Mittagessen. Um ca. 16:30 Uhr gingen wir dann zu Fuß los zum Haus von Alvaros Tante. Diese Stadt ist aber absolut nicht gemacht für zu Fuß unterwegs sein (oder mit dem Fahrrad) – Gijon ist eine Autostadt, auch wenn sie Autos abschaffen wollen. Wir brauchten 40 Minuten rauf zum Haus, davon 30 Minuten auf der Straße, da es weder Gehsteig noch irgendetwas für Fußgänger gab.

Seine Tante und sein Onkel waren noch in der Arbeit, aber wir haben beschlossen früher raufzustarten und den Pool noch einmal so richtig zu genießen. Und das haben wir, schwimmen und am Pool in aller Ruhe lesen. Traumhaft, so etwas daheim zu haben, da braucht man keinen Urlaub mehr.

Um 19:30 kamen die zwei dann von der Arbeit heim und holten Alvaros Papa und Bruder ab, damit wir gemeinsam Abendessen gehen. Was wie immer sehr lustig und nett war.

Tag 14

Unser letzter Tag Urlaub, und das merkt man. Mir fehlt komplett die Motivation etwas zu machen und der Tag fühlt sich an als würden wir nur auf den Bus warten der erst um 1 Uhr in der Nacht geht. Auch gehen die Gedanken an zu Hause wieder los. Was war gleich nochmal in der Arbeit? Was muss ich alles erledigen, wenn wir daheim sind? Haben wir etwas zum Essen im Kühlschrank, wenn wir morgen ankommen? Ganz abgesehen davon, dass uns eine lange Heimreise erwartet.

Da es der letzte Tag ist haben wir beschlossen Fisch aus der Fischerei (Pescaderia) zu holen. Den, wenn es eins nicht gibt bei uns in Österreich dann eine Auswahl an vernünftigem Fisch. Alvaros Bruder war nicht so begeistert von unserer Wahl für das Mittag und Abendessen.

Nachdem essen starteten wir einen letzten Spaziergang durch Gijon. Diesen machten wir sehr ausgiebig. Aber die Stimmung war nicht mehr so toll. Mit dem Wissen, dass es wieder zurückgeht in den Alltagsstress, wir nicht wissen, wann wir das nächste Mal das Meer sehen werden und seine Familie. Alles etwas traurig, um ehrlich zu sein. Merkt man, dass ich noch nicht reif bin, um wieder zurückzukommen?

Tag 15

Es startet die lange Rückreise. Eigentlich schon am Tag 14, oder fast zumindest. Um Mitternacht starteten wir los zur Bushaltestelle, wo der Nachtbus bis zum Flughafen Madrid geht. Ich bin ja nicht wirklich ein Fan von Nachtbussen. Irgendwie kann man nie gut schlafen und hat immer Leute im Bus, die quatschen oder schnarchen. Allgemein fahre ich am liebsten mit dem Zug. Aber das Zugnetz in Spanien kann man ja schon mal vergessen.

Insgesamt brauchten wir 6 Stunden zum Flughafen, diese Stunden hab ich natürlich so gut wie möglich geschlafen. Mit Ohropax und Augenmaske geht es schon halbwegs. Um 7 Uhr in der Früh waren wir dann am Flughafen. Nach einem kleinen Frühstück bei McDonald (das einzig leistbare an einem Flughafen) ging es schon fast direkt in den Flieger. Mittag sind wir dann schon in München angekommen und es fehlte nur mehr eine 3-4h Reise mit dem Zug nach Hause.

Wir dachten eigentlich, da wir so früh daheim sind, könnten wir noch eine kleine Tour mit dem Fahrrad machen. Aber im Endeffekt waren wir eher müde. Alvaro schlief um 18 Uhr schon tief und fest, und ich war um 19 Uhr auch schon streichfähig. So einfach kommt man zurück in seine tägliche Routine.

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