Reisetagebuch: Geschwister Urlaub Italien

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Es geht wieder nach Italien (Surprise!) – ja irgendwie scheint dieses Jahr Italien mein Lieblingsreiseziel zu sein. Vor allem deshalb, weil es so einfach von Österreich aus zu erreichen ist. Oder wegen meines tollen Beitrages von Anfang dieses Jahres zu den Interrail Routen Italien. Wer weiß.

Dieses Mal starte ich mit meinen Geschwistern nach Italien. Wieder mit einem Interrail Ticket One Country Italien. Das Ganze ist ein Geburtstagsgeschenk an unseren kleinen Bruder, der eigentlich gar nicht mehr so klein ist, den er wurde dieses Jahr 18.

Auf seinen Wunsch gehts nach Rom, auf meinen Wunsch gehts danach nach La Spezia und Cinque Terre. Meine Schwester wünscht sich eigentlich nur eins: Gutes Essen und den ein oder anderen Wein.

Vorbereitungen

Mit der Packliste habe ich schon gestartet, ihr findet diese Packliste unter folgendem Link: Packliste für meine Italien Reise mit meinen Geschwistern.

Meine Schwester musste ihren Rucksack schon am Dienstag packen, den sie kommt direkt vom Urlaub zurück, um mit uns in den nächsten Urlaub zu starten. Und mit meinem Bruder hatte ich bereits einen Discord Call, um ihm zu helfen. Dies ist nämlich die erste Reise von ihm außerhalb von Österreich.

Leider hatte er kein Glück mit allen Ausflügen, die in der Schule geplant wurden, die letzten Jahre – denn Corona hat so ziemlich alles beendet, was am Plan stand.

Tag -1

Der Rucksack ist (fast) gepackt und die Vorfreude steigt ganz langsam an. Speziell bei den tiefen Temperaturen, die wir dieses Wochenende haben. Die Berge sind bereits alle weiß, und ich freue mich so richtig auf 25-27 Grad in Rom.

Tag 0

Ich hoffe inständig, die Reise geht nicht so weiter als sie gerade angefangen hat. Gott sei Dank bin ich eine Frühaufsteherin. Den die ÖBB macht mir heute einen kleinen Strich durch die Rechnung. Diesen Sommer haben sie nämlich angefangen, Leute aus dem Zug zu werfen, wenn sie keine Reservierung haben. Oft meiner Meinung nach ohne Grund, weil der halbe Zug für sich und seinen Rucksack einen Platz braucht.

Jahrelang war es ganz normal, dass du zur Rushhour in deinen Zug einsteigst und einfach stehen bleibst. Nicht immer das angenehmste, aber es ist ja nur eine halbe Stunde im Railjet. Jetzt plötzlich lassen sie dich nicht mehr einsteigen.

Mein Plan war perfekt: Mein kleiner Bruder steigt um 8:46 in den EC ein, der nach Italien fährt. Reicht ja schon, dass wir am Brenner umsteigen müssen wegen der dummen Meldung „Contitions Apply“ – auf jeden Fall wären ich und meine Schwester um 9:24 in diesen Zug eingestiegen, um mit rauf zum Brenner zu fahren.
Es war alles so geplant, dass wir genug Buffer zum Umsteigen haben. Jetzt ist Reservierungspflicht in diesem dummen EC. An einem Montag im September – Come on!

Gut, dass ich früh aufstehe, den ich hab heute um 4 Uhr in der Früh alternativen gesucht. Das tolle ist nämlich, wenn sie meinen Bruder nicht in diesen Zug einsteigen lassen, der nächste hat dieselbe idiotische Meldung.

Nun könnte man denken: Und? Mach halt eine Reservierung! Hab ich auch schon probiert, bei beiden nicht möglich.

Unser ganzer Plan ist also über den Haufen geworfen und ich hoffe, meine Geschwister stehen bald auf, um meine Nachrichten zu lesen. Denn die ganze Reise startet eine Stunde früher.

Mein Bruder hat, glaube ich, heute ausnahmsweise keinen Flugmodus eingestellt. Und ich glaube, er könnte schneller sein in der Früh, wenn meine Mama früh genug aufsteht, um ihn zum Zug zu bringen. Meine Schwester, keine Ahnung auf wann sie den Wecker gestellt hat, aber die ist gestern erst spät von Wien zurückgekommen und sie und ihr Freund sind Langschläfer. Ich zweifle gerade ernsthaft, dass unser Plan auch wirklich aufgeht. Oder besser gesagt mein Plan.

Ach ja, und es regnet heute in Strömen. Eigentlich wollte ich keine Regenjacke mitnehmen, aber das vorweihnachtliche Wetter im September scheint es so zu wollen.

Es ist alles bisher besser gelaufen als gedacht. Meine Geschwister sind rechtzeitig aufgestanden, wir haben jeden Zug erreicht und selbst die kleinen Verspätungen waren gar nicht so schlimm. Nun sind wir im Hochgeschwindigkeitszug nach Rom von Bozen. Und das die nächsten 5h. Um 18:10 sollten wir in Roma Termini ankommen.

Unser Host von Airbnb ist überzeugt davon, dass wir 1 ½ h vom Bahnhof zum Apartment brauchen. Während Google uns sagt, dass es 46 Minuten dauert. Ok, ich kann  mir vorstellen das die meisten mit Koffer kommen und man sich in Rom dank der schönen historischen straßen nicht allzu schnell voranbewegen kann. Das der durchschnittliche Tourist sich 5 mal verirrt und nicht weiss wohin. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es schaffen, um 19 Uhr im Apartment zu sein. Was heisst, wir gehen direkt noch einkaufen, denn vor 19:45 wird Andrea nicht im Appartment sein, um uns einzuchecken.

Urlaub starten mit Aperol in Bozen

In Bozen haben wir die 2 Stunden super einfach herausgebracht. Mit ein bisschen spazieren und dann  ganz wichtig mit einem Aperol. Der billigste Aperol dieses Urlaubs vermutlich, denn wir zahlten 10 Euro für 2 Aperol und einen Cappuchino. Das passiert uns in Rom vermutlich nur mit langem suchen. Der Trick ist es vielleicht nicht zu warten, dass der Aperol irgendwo angeschrieben ist, denn bis zur Rechnung waren wir uns nicht sicher, wie viel er kosten wird. Diese Theorie werde ich wohl in Rom nochmal testen müssen.

Vielleicht war es doch gut dass wir so spät uns am apartment getroffen haben, dadurch konnten wir uns ein bisschen mehr zeit lassen und ein paar fotos machen. Wir starten auch noch davor einkaufen. Allerdings lief das nicht so wie geplant, denn die ganze Welt ging einkaufen und ich musste meine Geschwister alleine im Supermarkt lassen, damit irgendwer rechtzeitig beim Apartment ist.


Das Apartment ist schön und groß. Nicht ganz so liebevoll eingerichtet wie jenes, in welchen wir im März waren, aber dieses war ja fast nicht zu toppen. Ein Mangel war, dass es keinen Kaffee gab. Aber Gott sei Dank haben wir noch einen anderen Supermarkt gefunden, der länger offen hat. So habe ich für morgen Kaffee.

improvisiertes Abendessen

Wir haben uns dazu entschlossen, zuhause Nudeln zu kochen. Diese Frische, die man im Supermarkt hier bekommt. Auch wenn wir im Stress nicht allzu kreativ mit der Soße waren. Für die Nachspeise gingen wir allerdings raus. Das ist der große Vorteil, in diesem Stadtteil zu wohnen. Bis 1 Uhr früh ist meine Lieblingseisdiele offen.

Beim Eisessen um 22 Uhr
Kirsche und Pistazie – super Lecker

Tag 1

Wir sind gestern für meine Verhältnisse viel zu spät schlafen gegangen. Und das Schlimme ist, dass ich seit 6 Uhr nicht mehr wirklich schlafen kann. Alle 10 Minuten schaue ich auf die Uhr, ob ich den schon aufstehen kann. Also bin ich jetzt einfach aufgestanden und genieße die Ruhe, bis ich meine Geschwister auch zum Aufstehen zwinge. Natürlich schon mit einem Kaffee.

Direkt unter unserem Apartment ist ein Bauernmarkt. Gerade eben bereiten sie alles vor. Ich glaube, da muss ich danach schauen, ob es Brot gibt. Und  frisches Obst fürs Frühstück.

Die Leute kommen bereits jetzt um 7:20 Uhr, um sich etwas zu kaufen. Vielleicht schaue ich sogar noch vorbei, bevor ich meine Geschwister wecke. Es kommt mir einfach schon so richtig spät vor. Und dabei mag ich die paar Stunden in Ruhe und ohne Plane in der Früh mit meinem Kaffee so unglaublich gerne. Ich sitze hier in der Küche, das Fenster weit offen, mit Ausblick auf eines dieser typischen italienischen Häuser (also eines der schönen Hauser). Es hat richtig angenehme Temperaturen, und das schon um diese Uhrzeit.

Der Plan für heute ist es, einfach durch Rom zu spazieren und uns alles anzuschauen, was es so zum anschauen gibt. Das Kolosseum wollten wir gestern noch buchen, aber es ist unmöglich, Tickets zu bekommen. Wegen der blöden Corona-Beschränkung und dass man nur rein kann, wenn man eine genaue Uhrzeit bucht. Denn ins Forum Romanum kann man noch rein, nur war es gar nicht so einfach, das Ticket für nur Forum Romanum zu finden.

Mir ist das prinzipiell ja eher egal, schließlich war ich gerade vor 6 Monaten bei beidem. Meine Schwester hat beides schon vor Jahren schon mit mir gesehen. Aber mein Bruder tut mir leid, dass er das erste Mal hier ist und keine Chance ins Kolosseum zu kommen. Andererseits haben wir nur 2 ganze Tage hier, was für Roma so gut wie nichts ist. Und lieber wäre mir vielleicht ein bisschen alternatives Programm zu machen, denn Rom hat so viel mehr zu bieten als nur diese zwei Monumente.

Was für ein anstrengender Tag. Wir haben fast 24 000 Schritte gemacht. Und beschlossen, morgen richtig früh aufzustehen, um den Trevi-Brunnen zu sehen. Was heißt, dass wir heute eigentlich früh schlafen gehen sollten. Naja, jetzt ist es 21:30, schon etwas später, um morgen so richtig früh raus zu gehen. Und ich fange gerade erst an, vom heutigen Tag zu erzählen.

Wir haben voll gemütlich noch gefrühstückt und sind erst richtig spät außer Haus um 10 Uhr. Von dort sind wir direkt hinter Trastevere rauf um die Aussicht von Rom zu genießen. Von dort ging es Richtung Vatikan. Allerdings kamen wir dort fast Mittag an. Kurz die Menschenmasse bewundern und wir flüchteten Richtung Engelsburg. Doch auch hier kam man fast nicht voran, weil so viele Touristen herumstanden. Gott sei Dank, gibt es aber einen Weg direkt am Ufer vom Tiber unten, den keiner außer ein paar Läufer und Rad fahren verwenden. Auf jeden Fall ist man hier von Touristen, Ansammlungen und Touren befreit.

Nachdem es schon Mittag war, gingen wir auf die Suche nach einem Restaurant um Pizza zu essen. Durch Zufall fanden wir ein richtig süßes Restaurant in einer Gasse. Die Speisekarte war rein auf Italienisch (wir haben einfach kein Wort verstanden, um ehrlich zu sein). Der Kellner war super nett. Auf jeden Fall hat er mich die ganze Zeit auf die netteste Art und Weise angeflirtet. Es ist richtig schön manchmal dieses Gefühl, was einem das gibt. Das Essen, der Wein und die Atmosphäre waren aber auch wirklich gut.

Wieder gestärkt, nachdem wir sicher 1 ½ h beim Mittagessen saßen, ging es weiter Richtung Piazza Navona. Von dort direkt zum Pantheon, in welches wir auch wirklich hineingingen. Danach suchten wir den Trevi-Brunnen auf.

Und die Menschenmassen am Trevi-Brunnen sind einfach nicht auszuhalten! So viel auf einen Haufen, das ist einfach nicht mehr normal, und den Trevi-Brunnen kann man dabei auf jeden Fall nicht genießen! Also haben wir an Ort und Stelle beschlossen, morgen früh aufzustehen und vor dem Frühstück noch zu starten. Eine Entscheidung, die ich gerade eben bereue. Schauen wir mal, ob wir morgen auch aufstehen und das nochmal bereuen. Das Problem ist nämlich, dass wir eine halbe Stunde vom Trevi-Brunnen entfernt sind. Das heißt noch früher aufstehen.

Danach ging es weiter zur Spanischen Treppe. Aber nachdem unsere Füße schon so weh taten, beschlossen wir von dort einfach nur mehr den Rückweg anzutreten. Was auch gut war, denn wir brauchten noch ewig, bis wir zurück waren. Von der Entscheidung um 4 Uhr nämlich bis 19 Uhr. Auf dem Weg zurück gingen wir am Forum Romanum und am Kolosseum vorbei. Weiter über den Circus Maximus und zur Tiberinsel. Dann war es wirklich nur mehr ein Katzensprung bis zur Wohnung.

Jetzt habe ich einfach schon ewig viel geschrieben und erzählt und wir haben es in meiner Geschichte erst 19 Uhr. Da fehlen einfach noch die nächsten 3 h, und in Rom könnte in 3h so einiges passieren. Aber jetzt gehe ich erstmals schlafen und erzähle euch morgen mehr von unserem Abend und wir das mit dem Aufstehen so lief.

So jetzt bin ich wieder fit und kann weiter schreiben, was wir so gestern gemacht haben und natürlich heute. Auf dem Heimweg sind wir gestern dann noch schnell in den Supermarkt etwas zum Essen zu holen. Wir haben uns einfach ein paar Kleinigkeiten mitgenommen, die wir essen konnten, denn nach dem Mittagessen hatten wir alle eigentlich nicht mehr so wirklich Hunger. 

Nach dieser kleinen Pause sind wir wieder raus, um unser Viertel weiter zu erkunden. Denn hier in Trastevere ist hauptsächlich das Nachtleben sehr toll. Alle Straßen sind mit Girlanden beleuchtet, die Restaurants und Bars sind voll, die Plätze sind voll mit Leuten. Nicht weit von uns hat eine Jazzband gespielt auf der Straße und man konnte sich in einer Bar (mit dem klingenden Titel Bar) ein Getränk holen, um draußen zu stehen und etwas zu trinken. Ein Bier mit 0,33 kostete nur 1,50 Euro, also wirklich preiswert.

Danach ging es natürlich wieder ein Eis essen bei unserer Gelateria. Diesmal probierte ich zwei andere Eissorten. Haselnuss und das andere war Himbeere mit weiser Schokolade. Waren beide auch sehr gut. Nachdem wir das Eis beim Herumspazieren gegessen haben, ging es aber schon heim, denn irgendwie, unerklärlicherweise, waren wir alle ziemlich müde.

Duschen, einen Tee trinken und schon lagen wir im Bett. Ich schlief ziemlich schnell ein. Aber gestern war es ziemlich laut auf der Straße. Aber ich komme ja vorbereitet mit Oropax nach Rom, also war das Problem ziemlich schnell gelöst.

Tag 2

Trevibrunnen um 6 Uhr in der Fruh

Wir sind heute wirklich aufgestanden und sind um 6 Uhr am Trevi-Brunnen gewesen. Er ist einfach sehr beeindruckend um diese Uhrzeit und mit wenigen Leuten. Es waren bereits um die 2 Personen da, aber auf jeden Fall keine 500 Personen. Danach sind wir weiter zur spanischen Treppe, Piazza del Popolo und rauf auf die Aussichtsplattform, von wo aus wir den Sonnenaufgang über Rom beobachten konnten.

Danach ging es weiter zum Asklepios Tempel und damit war unsere Tour durch Rom eigentlich abgeschlossen. Es ging also wieder durch die Stadt zurück zu unserem Apartment, um endlich zu frühstücken. 

Fraglich ist nun etwas, was wir den restlichen Tag so machen, denn unser Bruder scheint ziemlich erschöpft zu sein (er schläft gerade tief und fest) und nicht gerade in Laune groß den ganzen restlichen Tag auf den Beinen zu sein. 

Wir ließen meinen Bruder sich ein bisschen ausruhen im Apartment, während wir unser Viertel am Tag erforschten. Als wir zurückkamen, war er wieder fit und wir Thermen di Caracalla zu gehen. Ich war bereits im März dort und es ist einfach der Wahnsinn, wie angenehm ruhig es dort ist. Es scheint, dass alle Touristen vor, im und um Kolosseum und Trevi-Brunnen hängen bleiben. Und natürlich beim Vatikan.

Die fast leere Therme

Wir holten uns dieses Mal die VR Brille, damit wir uns das ganze etwas besser vorstellen konnten. Was auch wirklich cool war. Nur taten uns danach so die Füße weh, dass wir das Gefühl hatten, nicht mehr zurückzukehren zu unserem Apartment. Vor dem Abendessen mussten wir daher zuerst einmal Pause machen. Was so viel hieß wie ich und meine Schwester spielten Karten (bloß nicht gehen) und unser Bruder legte sich nochmal schlafen.

Ich habe ein bisschen die Theorie, dass er nicht wirklich schlafen geht zur selben Zeit wie wir. Er meint zwar schon. Aber, dass er vielleicht zumindest nicht einschlafen kann. Wir alle haben einen sehr, sehr unterschiedlichem Rhythmus zu Hause.

Ich stehe früh auf und gehe zwischen 8 und 10 Uhr schlafen. Meine Schwester schläft gern aus und geht zwischen 10 und 1 Uhr in der Früh schlafen. Und unser Bruder steht noch später auf und geht zwischen 1 und 4 Uhr früh schlafen. Wirkt wie schon fast unmöglich diese 3 Rhythmen zu vereinen. 

Das Feine an unserem Apartment hier in Rom ist, dass wir die Zimmer von der Küche getrennt haben. Das heißt, ich kann gemütlich früher aufstehen und mich hier hin sitzen, einen Kaffee trinken und diese Linien schreiben. Ich glaube, dass wir diesen Vorteil in La Spezia nicht mehr haben. 

Nach der Pause gingen wir essen. Wir wollten unbedingt Pasta essen gehen, hier in Trastevere. Dabei hatten wir mega Glück, denn es gibt ein Lokal, an welchem jeden Abend die Leute stundenlang Schlange stehen, um essen zu gehen. Auch als wir kamen, war die Schlange ziemlich lang. Doch sie hatten einen Tisch für 3 oder 4 Personen, und der Rest in der Schlange war zu zweit. Wir hatten also ein Skip the line ticket, ohne es zu wissen und kamen richtig schnell dran.

Die Pasta war auch richtig gut, der Wein war gut und mein Bruder hatte etwas zu beschweren bei der Pizza. Aber ich glaube, das war mehr unser Fehler, ihn überhaupt zu fragen. Danach ging es noch auf unser abendliches Eis Ritual. Diesmal nahmen wir das Eis und gingen zu einem Brunnen der etwas oberhalb liegt und mein Bruder unbedingt nachts sehen wollte. Er war nicht gerade spektakulär, da er leider ausgeschaltet war und man auch die Aussicht über Rom wegen der vielen Straßen lichter dort oben nicht so richtig genießen konnte. Aber wir konnten es genießen, draußen zu sitzen und zu quatschen.

Ausklingen ließen wir den Abend mit einem Tee und der Reiseplanung für die restlichen Tage.Denn wir wussten noch gar nicht wirklich was wir morgen eigentlich machen, oder besser gesagt wie wir morgen weiterreisen. Und die Rückreise am Samstag stellt sich auch ein bisschen komplizierter als gedacht heraus. Denn es ist ein ziemliches Stück, um von La Spezia nach Innsbruck wieder zu kommen. Und unser Plan mit ganz ohne Reservierungen wird wohl eher nicht aufgehen, denn dann sind wir 10h auf dem Weg.

Tag 3

Wenn du dieses Reisetagebuch live verfolgst, dann hast du dich sicherlich gefragt, was mit uns passiert ist, nachdem ich einfach nichts mehr geschrieben habe. Einfach Urlaubsstress, um ehrlich zu sein und ich hatte keine Zeit mehr. Jetzt warten aber einige Stunden Zugfahrt auf uns und ich kann dich wieder Updaten (es ist bereits der letzte Tag, an dem ich das hier schreibe).

Also zurück zu Tag 3. An diesem Tag ging es für uns von Rom nach La Spezia. Aber nicht so direkt, denn wir sind über die Küste rauf, damit mein Bruder das erste Mal das Meer sieht. Der große Vorteil an dieser Strecke war auch, dass wir ganz ohne Reservierungen auskamen. Was uns viel flexibler machte. Was nicht ganz so einfach war, an der Küste den perfekten Ort zu finden, um einen Abstecher am Meer zu machen. Denn ganz ehrlich, wir haben bis Pisa noch nie von einem der Orte gehört.

Ausgestattet mit Google Maps haben wir uns dann auf Follonica geeinigt. Der Strand schien sehr nah am Bahnhof und auch recht schön. Bis wir nach 2 1/2h Fahrt aber dort ankamen, hatte ich Angst, dass es nicht ein allzu schöner Ort ist.

Der Strand war wirklich sehr nah am Bahnhof, ca. 5-7 Minuten. Was richtig angenehm war. Da wir uns schon in der Zwischensaison befinden war fast nichts los. Und das Wasser ist so wunderschön klar in Follonica das man den Grund sehen kann. Wir hatten einen Sandstrand der Eben und einfach hineingeht. Mit anderen Worten den perfekten Strand! Wir waren schon fast traurig, dass wir nur 2 h dort hatten. 

Danach ging es nach Pisa. Ich wollte schon lange den Schiefen Turm von Pisa sehen. Ich hab vorher ziemlich viel von Pisa gehört und wegen all dieser Sachen haben wir nicht dort geschlafen. Denn es waren absolut keine guten Sachen. Von dass die Stadt nichts zu bieten hat, langweilig ist, absolut nicht sehenswert … einfach alles.

Der Platz beim schiefen Turm von Pisa

Wie sich herausstellt, ist Pisa eine schöne Stadt. Der schiefe Turm ist ziemlich beeindruckend, speziell dank der riesigen Kirche neben ihm, die wunder schon ist. Die Stadt besteht aus richtig netten Gassen mit einigen Gebäuden, die aus dem Mittelalter sind vom Stil her. Es fuhrt wie in Florenz ein großer Fluss durch die Stadt (vermutlich derselbe der durch Florenz geht) und die Stadt in zwei Teile teilt. Die Laden sind sehr ähnlich dem, was man in Florenz findet. Aber es ist viel weniger los. Die Stadt wirkt auch viel mehr nach einer Studentenstadt, mit Leben und nicht nur Touristen. Ich glaube, um ehrlich zu sein, das mir Pisa besser gefallt als Florenz und ich wäre wirklich gerne langer geblieben. Leider hatten wir nur 2 h in der Stadt, dann ging unser Anschluss nach La Spezia. 

Am selben Tag gab es ein Erdbeben bei Genua der Stärke 4,3 (oder so) was die ganze Umgebung etwas beeinflusste. Wir haben es nicht gespurt, ich glaube, wir waren zu der Zeit im Zug und da wackelt ja sowieso alles. Auf jeden Fall hatte unser Zug nach La Spezia Verspätung. Auch der erste Zug nach Follnica hatte Verspätung. Ich fange langsam an, der italienischen Bahn nicht mehr zu vertrauen. 

Wir kamen ziemlich spät in La Spezia an und müssen nach dem Einchecken ins Apartment uns noch auf die Suche nach einem Restaurant machen. Wahrend man in Rom erst spät essen geht, schließen in La Spezia die Restaurants bereits um 22:30Uhr. Zumindest kam uns das so vor. Vielleicht nicht alle, aber die meisten.

Wir haben uns für ein Restaurant entschieden, in welchem es Fisch für mich und meine Schwester gab und Fleisch für meinen Bruder. Das einzige, was ich bis jetzt noch bereue, ist das wir keine Muscheln genommen haben als Starter, die hatte ich wirklich gerne gehabt.

Das Essen war mega lecker dort, der wein richtig gut und der Kellner mega nett. Wir waren die letzten Gäste und richtig glücklich mit dem ganzen Essen. Ich war auch froh, dass wir dort hin sind, denn wie sich herausstellte war das und die strecke vom Bahnhof zum Apartment das einzige, was wir wirklich von La Spezia sehen werden. 

Tag 4

Heute starten wir nach Cinque Terre – Eines meiner Bucketlist Ziele. Ein Ziel, das ich bisher komplett falsch verstanden habe (ich werde meine Interrail Italien Routen nochmals ausbessern müssen, jetzt wo ich Cinque Terre verstehe). Eigentlich würde der Name bereits alles sagen. Es handelt sich um ein Gebiet, das aus 5 (Cinque) Dörfern besteht und ganz vielen Wanderwegen und Weinhängen. Die 5 Dörfer sind mit einem Zug verbunden und man fährt (oder geht) einfach von Dorf zu Dorf. Wobei eines schöner ist als das andere. 

Es gibt dafür eine Tageskarte, mit der man soviel Zugfahren kann, wie man will auf dieser Strecke. Wir starteten gleich in der Früh zu einem der Dörfer, von wo aus wir eine Wanderung machen wollten. Wir starteten fast in der Mitte mit Vernazza. Von dort gibt es einen Weg der die Küste entlang, durch Weinfelder nach Monterosso al Mare führt, dem letzten und größten der Dörfer.

Wir starteten in Vernazza

Eigentlich sollte dieser Weg nur in eine Richtung zu begehen sein. Er ist einer der zwei gebührenpflichtigen Wege, welcher aber im Tageszugticket inkludiert ist. Auch wenn wir die vorgeschriebene Richtung ging, waren wir eine der einzigen, die den Weg in diese Richtung machten. Was einfach nur mega lästig ist. Denn der weg ist nicht für Gegenverkehr gemacht. IN der App für Cinque Terre steht das man 2 Stunden für diesen Weg benötigt. Prinzipiell ist er nicht schwer, nicht allzu steil und wer etwas trainiert ist macht in einfach, vielleicht sogar unter einer Stunde. ABER man muss die ganze Zeit stehen bleiben und Gruppen an Touristen vorbeilassen. Touristen, die nicht einmal auf die Idee kommen würden, selbst stehenzubleiben, weil jetzt kommen sie.

Nie, nie wieder werde ich so einen Weg um die Mittagszeit machen. Aus verschiedenen Gründen ist das nicht empfehlenswert: 1) um diese Uhrzeit machen ihn alle, 2) es ist heiß und die Sonne brennt runter 3)  braucht man länger, weil man wegen 1 viel öfter stehen bleiben muss und nicht weiterkommt.

Monterosso al Mar, das größte der 5 Dörfer

Als wir in Monterosso ankamen, war das Erste, was wir bereuten, dass wir nicht unsere Badesachen mitgenommen hatten. Ich dachte mir, dass das nicht nötig sein wird, da es sowieso nur 22 Grad hat und eher kalt ist. Aber es war sowas von nötig. Die Strände in Monterosso sind unglaublich schön. Das Wasser ist türkis und so klar. Man bekommt einfach richtig Lust sofort hineinzuspringen. Es gibt sogar ein paar kleine Wellen, was ich mir am Mittelmeer gar nicht so erwartet hatte. Die Strände sind aus Kies, was es etwas angenehmer macht, weil man nicht den ganzen Sand mit heim schleppt. 

Wir beschlossen also um 13 Uhr wieder zurück nach La Spezia zu fahren und unsere Badesachen zu holen. Was uns leider ca. 2 h Zeit kostete. Wir waren dann um halb 4 wieder am Strand und sprangen ins Wasser – und es war es Wert zurückzufahren. Denn das Wasser war traumhaft, der Strand war traumhaft und man konnte richtig gut schwimmen.

Nachdem wir am Strand waren, mussten wir aber eine Kleinigkeit essen. Und meiner Schwester ging es ziemlich schlecht. Sie hatte sich einen Sonnenstich geholt (das vermuten wir zumindest) und da wir klugerweise alle Schmerztabletten in La Spezia gelassen haben, machten wir uns auf den Weg zu einer Apotheke.

Gott sei Dank ging es ihr nach ca. 1h wieder gute (nach 2 Tabletten Paracetamol)  denn uns fehlten noch 3 weitere Dörfer und es war schon fast Zeit für den Sonnenuntergang. Wir starteten dann von Monterosso nach Corniglia. 

Croniglia, das Dorf an der Klippe

Corniglia liegt oberhalb vom Meer, es ist das einzige Dorf ohne direkten Hafen im Dorf. Man muss vom Bahnsteig aus noch über Stufen hochgehen, um ins Dorf zu kommen. Es kam mir auch als das am wenigsten touristische vor, und es gefiel uns auf seine Art und weiße richtig gut. Es hat tolle Aussichtsterrazen und das typische ist anscheinend das du dir in einer bar einen Aperol holst, der mit einer Tapasplatte kommt, und dann zu einer der Aussichtsplattformen gehst. . Das hab ich so in keinem anderen Dorf gesehen.

Traumhafte Aussicht auf Manarola im Sonnenuntergang

Für den Sonnenuntergang fuhren wir dann nach Manarola, welches bekannt ist für die tolle Aussicht auf den Sonnenuntergang. Und ehrlich gesagt haben wir mega tolle Fotos machen können von Manarola im letzten Licht des Tages. Leider gab es nicht wirklich viele Restaurants, oder es waren viele bereits geschlossen, da Nebensaison ist. Also fuhren wir direkt nach Riomaggiore, um etwas zum Essen zu finden.

Kleiner Hafen in Riomaggiore bei Nacht

Riomaggiore hat den Meerzugang durch einen Tunnel erreichbar. Das absolut typische Foto, das man kennt von Cinque Terre (oder zumindest jenes das ich kenne von Instagram) ist, glaube ich von diesem Dorf. Leider war es schon dunkel als wir dort waren und man konnte ganz schlecht ein Foto machen (zumindest mit unseren Kameras). 

Wir haben an einem Stand frittierte Meeresfrüchte gegessen. Außer unser Bruder der hat eine Pizzaschnitte mit Pommes und Würstel gegessen. Ja, das ist ein kleines Verbrechen in Italien, aber verstehe jemand die Jugend von heute 😉

Ganz zum Schluss gingen wir runter zum Hafen und fanden dort ein richtig süßen Weinshop, der auch eine Bar hatte. Meine Schwester als Weinkennerin hat ihn gleich nach einem lokalen Wein gefragt. Nachdem sie ihm gesagt hat, welche Art von Wein sie gerne trinkt, hat er uns einen ausgewählt. Und der war richtig gut. So gut, dass meine Schwester danach direkt eine Flasche zum Mitnehmen kaufte. 

Letztes Selfie von unserem Urlaub

Damit Endete unser Ausflug nach Cinque Terre schon und wir nahmen den Zug zurück nach La Spezia. Dort gingen wir gemütlich mit einem letzten Eis zurück ins Apartment. Zu traurig das unser Urlaub schon wieder vorbei ist. 

Tag 5

Heute gehts wieder zurück und nachdem ich der Pünktlichkeit der italienischen Bahn nicht mehr traue, geht es mit dem ersten Zug schon fast. Ich hab einfach lieber ein bisschen Spielraum und Plan B, und nicht nur ein, wenn wir zu spät sind, verpassen wir den wichtigsten Anschluss. Also heißt, dass früh aufstehen und den Zug nach Pisa um 06:53 zu nehmen.

Natürlich ist genau dieser Zug zu spät, wir sind nämlich einfach schon 5 Minuten später losgefahren. Wahrend meine Geschwister gemütlich im Zug die 1 ½ Stunden bis Paris weiterschlafen bin ich nervös am Schauen, ob sich unser Anschluss noch ausgeht. Was eigentlich nicht allzu tragisch ist, denn es wurde noch einen weiteren Anschluss Zug geben. Schließlich habe ich alles gut geplant mit einigen Plan B’s. Aber trotzdem hätte ich gerne das alles nach Plan A ablauft und ich beruhigt sein kann.

Das Beste war aber das der Zug die ganze Zeit zwischen 5 und 15 Minuten Verspätung hatte. Dann auf der vorletzten Station, bereits eine Station von Pisa, hatte er immer noch 7 Minuten Verspätung. Und diese 7 Minuten hat er in einer Strecke von 2 Minuten einfach aufgeholt. Denn in Pisa Centrale kamen wir genau dann an wie geplant war. Ich hab wirklich keine Ahnung wie er das geschafft hat, um ehrlich zu sein.

Auf jeden Fall ging alles nach Plan A. wir haben unsern Zug nach Florenz sehr gut noch erreicht. Und im Zug festgestellt das unser wichtigster Anschluss Zug von Florenz nach Bozen, welchen wir reservieren mussten, selbst verspätet ist. Also hatten wir ohne Probleme auch auf Plan B oder C umsteigen können. 

So hatten wir zumindest noch Zeit, um in Florenz eine Piadina essen zu gehen. Nachdem sich heute auch kein Frühstück mehr ausging, war das auch nicht s schlecht. Wir wollten uns eigentlich noch einen Kaffee am Bahnhof holen. Einen zum Mitnehmen. Aber vergiss es an diesem Bahnhof irgendetwas zu holen. Man kommt schon fast nicht durch die Leute, geschweige den zum Kaffee. Und es scheint sich jeder Gedacht zu haben, das er noch einen Kaffee oder was Süßes für die Fahrt gerne hätte. 

Auf jeden Fall sind wir jetzt im Zug auf den Weg nach Bozen und ich hab endlich so richtig Zeit die letzten Tage aufzuschreiben und zu dokumentieren.

Ok das mit der Zeit war relativ, denn irgendwie hatte ich nach einer Stunde keine Lust mehr weiterzuschreiben. So wie das immer bei Zugfahrten ist, oder auch wenn ich irgendwo hinfliege – mega viele Pläne was ich während der Fahrt machen kann und am Schluss mache ich fast gar nichts.

Ich war fasziniert, wie gut sich gestern alles ausging. Unser Zug von Florenz nach Bozen holte einfach 15 Minuten auf und kam am Schluss nur 15 Minuten zu spät an. Unser Glück war das unser Anschluss ebenfalls 7 Minuten zu spät war und wir haben es geschafft in 5 Minuten umzusteigen. Also erster Anschluss geschafft.

Am Brenner ist allerdings die Umstiegszeit ebenfalls sehr knapp bemessen. Aber die 7 Minuten Verspätung konnte dieser Zug auch aufholen und der andere wartete sogar. Also haben wir auch diesen Anschluss erreicht. Und mein Bruder hatte in Innsbruck auch Glück das sein Railjet 3 Minuten verspätet war, daher ging sich auch dieser Anschluss aus.

Richtig faszinierend wie gut alles ging am Schluss. Um 17 Uhr waren wir dann alle zu Hause, müde und hungrig. Und mir war einfach nur zu kalt, muss es in Österreich schon so kalt sein? Ich will zurück nach Rom!


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